Freiwillige Feuerwehr Rettenbach, gegründet 9. Feb. 1873

 

 

Ein neues Aufgabengebiet der Feuerwehr Rettenbach

In den Jahren 1994 bis 1995 wurde mit den Verhandlungen der Mero-Ölleitung begonnen und der Bau anschließend durchgeführt. Diese Leitung durchquert auch das Gemeindegebiet Rettenbach, insbesondere den Schrollmühlbach, vorbei am Stausee Richtung Falkenstein und den Arracher Bach. Dadurch wurde die Rettenbacher Wehr mit 5 Ölsperren, sowie einer Dammbalkensperre, Trennwändesperre und einem Boot RTB 1 auf Anhänger ausgerüstet.

Am 24.11.1995 wurden durch die Mero mit Vertreter Thomas Weitzel diese Gerätschaften eingeführt und aufgebaut, wobei sich die Vertreter der Feuerwehren von Aumbach bis Untertraubenbach eingefunden hatten. Am 4. Dezember 1995 war es soweit. Die Mitteleuropäische Rohölleitung (MERO) von Ingolstadt-Vohberg nach Tschechien ging in Betrieb. Durch diese Erweiterung kam wieder ein neues Aufgabengebiet auf die Feuerwehr zu. Ölsperreübungen im Oktober 1996 folgten, ebenso gemeinsame Feuerwehr-Übungen mit den MERO-Gerätschaften. Durch diese neuen Ausrüstungsgegenstände erfolgte im Jahre 1995 auch eine Umplanung des neuen Gerätehauses von 2 auf 3 Stellplätze mit Schulungsraum im Obergeschoß, um die Geräte unterbringen zu können.

Nach zähen Verhandlungen mit verschiedenen Behörden wurde dieser zugestimmt. So konnte am 4. Dezember 1997 mit dem Spatenstich begonnen werden. Im Frühjahr 1998 erfolgte der Rohbau durch die Firma Feldbauer. Der Dachstuhl und die Elektroarbeiten wurden durch erhebliche Eigenleistung der Mitglieder erbracht. Dank gilt Herrn Bürgermeister Georg Griesbeck für den unermüdlichen Einsatz zum Bau des Gerätehauses, der dadurch schon im Herbst 1997 begonnen werden konnte.

  

Das Feuerwehrhorn

Das Feuerwehrhorn

Ein altes Feuerwehrhorn kommt zu Ehren. Das 125-jährige Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuerwehr Rettenbach findet vom 31.Juli bis 3.August 1998 statt. Dazu wurden alte Fotos und Berichte für die Chronik gesucht. Es tauchte aber auch ein altes Feuerwehrhorn aus dem Jahre 1915 auf. Mit diesem Feuerwehrhorn wurde in den Jahren um 1915 und wahrscheinlich auch noch viel später den Bürgern durch ein bestimmtes Signal kund getan, daß im Dorf Feuer ausgebrochen sei. Karl Fuchs in der Dorfstraße in Rettenbach hat dieses alte Feuerwehrhorn im Besitz und erzählte im Gespräch mit dem Festleiter Josef Hamperl und Vorsitzenden Georg Griesbeck, sein Schwiegervater Johann Mühlbauer aus Rettenbach, der unter den älteren Bürgern noch als "Onkel" bekannt war, hatte mit

diesem alten Feuerwehrhorn bis nach dem Krieg "Feuer geblasen" und zu dieser Zeit brach noch öfters Feuer aus. Johann Mühlbauer war Gemeindediener, Fleischbeschauer und aktiver Feuerwehrmann und verstarb im Jahre 1962 im Alter von 62 Jahren. Josef Hamperl konnte sich noch erinnern, daß zu Bränden mit diesem Horn geblasen wurde und war erstaunt, daß dieses erhalten geblieben ist. Das alte Horn trägt die Jahreszahl 1915 und den Firmennamen und dies, so der Vorsitzende und Bürgermeister Georg Griesbeck, sollte der Feuerwehr und vor allem der Nachwelt erhalten bleiben. Zur damaligen Zeit war das Löschen eines Brandes bedeutend schwieriger als zur heutigen Zeit. Das Wasser wurde mit speziellen Eimern transportiert und so mancher Stadel und so manches Haus wurde ein Raub der Flammen, schon bevor die Feuerwehr an Ort und Stelle sein konnte. So ist auch in der Donau-Post vom 16.Februar 1899 nachzulesen. "In vergangener Nacht gegen ein Uhr kam im Stadel des Bauern Josef Auburger von Zumhof Feuer aus, welches dieses nebst Wohnhaus in kurzer Zeit einäscherte. Dabei wurden sämtliche Getreide- und Futtervorräte vernichtet und konnte nur das Vieh und einige Bettstücke gerettet werden. Doch sollen die Mobilien desselben versichert sein." Zur damaligen Zeit wurde auch meistens ein Brandstifter ermittelt, der dann in das Königliche Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert wurde. In der heutigen Zeit hat die Technik Einzug gehalten und so alte Stücke, wie das Feuerwehrhorn ist eine Rarität geworden, die es wert ist, aufbewahrt zu werden. Es wäre sogar von Interesse, wenn beim Jubiläumsfeste am Sonntag, 3.August ein Feuerwehrmann dieses Horn blasen würde, damit auch die jüngere Generation sehe, wie anno dazumal die Männer informiert wurden, daß es im Dorf brenne. Alte Utensilien sind stets für ein Fest von Bedeutung, auch für die Freiwillige Feuerwehr Rettenbach, die das 125-jährige Gründungsfest mit Weihe einer neuen Fahne, Gautag und Jugendleistungswettbewerb vom 31. Juli 1998 bis 3. August 1998 feiert.
  

Bau des neuen Feuerwehrhauses

Der Spatenstich zum Bau des neuen Feuerwehrhauses erfolgte am 4. Dez. 1997.

Es waren Dekan Schnitt, Vertreter der FFW, Vertreter der Regierung Oberpfalz Hr.Perrey, Vertreter des Landratsamtes, Bürgermeister Georg Griesbeck, KBM Josef Hamperl, MdL Markus Sackmann, Vertreter des Ing. Büros, der Baufirma und der Gemeinde anwesend. Der Feuerwehrhaus-Rohbau am 01.07.1998 in Rettenbach

 

 

 Das Richtfest

Der Richtbaum grüßt als frohes Zeichen gar weit hinaus von dieser Höh', wo ich nach altem Brauch der Zeiten als Zimmermann hier oben steh'. Heut ist ein Tag der Freude, nach harter Arbeit Müh und Plag, gilt es zu weihen das Gebäude, das unser Herr behüten mag. Das Haus soll dem Gemeindewohl dienen, die Feuerwehr zieht bald hier ein, mit Spritzgerät und anderen Dingen, zum Schutz und Schirm für Haus und Heim. Wie schnell geht's bei Sommerhitze, bei jedem Gewitter zucken Blitze und schlägt's dann ein in Scheun' und Stroh, brennt ruck-zuck alles lichterloh. Die Feuerwehr wird alarmiert und kommt auch sofort anmarschiert, Sie löscht den Brand mit sicherer Hand, das wird Ihr sehr hoch anerkannt. Ist das Löschen dann vorüber, geht man ins Wirtshaus gegenüber, zuletzt räumt man den Löschzug auf, dazu braucht man ein Feuerwehrhaus. Wir dürfen heute Vielen danken, die sich für dieses Werk geregt zur Planung.

Zimmermeister Franz Sauerer und Zimmerer Dominik Lichtenwald.

 

Vielen Dank dem Architekturbüro Trummer mit der Bauleitung H. Kerscher und H. Teufel. Für die Statik und die Standsicherheit Diplom-Ingenieur Walter Dietrich, zur Arbeit und zur Ausführung der Firma Johann Feldbauer und besonders unserem Fisch Hans und Polier Karl Heuschneider, vielen Dank. Vor allem der Gemeinde Rettenbach mit Ihrem Bürgermeister Herrn Georg Griesbeck und dem gesamten Gemeinderat, weil sonst ständen wir heute nicht hier. Ebenfalls bedanken möchte ich mich vom Feuerwehrkommandanten Herrn Josef Hamperl und seim Buam an Sepp Hamperl für die gute Zusammenarbeit in den letzten drei Tagen. Nun reicht den Becher Wein mit her auf's Wohl des Neubau' trink ich ihn leer, ich will damit den Segen geben , der Halle hier und den Geräten, in diesen Segen schließ ich ein, die Feuerwehr im neuen Heim. Ich trink auf Architekt und Meister, auf Feuerwehr und auf Gemeind', auf alle treuen, guten Geister, die sich zu diesem Werk vereint. Sie alle leben hoch, hoch, hoch und nun Du Glas fahr hin zum Grund, geweiht sei dieser Bau zur Stund'.

  

Technische Ausrüstung im Wandel der Zeit

Die "Einfache fahrbare Schiebeleiter"
Laut Angaben wurde solch eine Leiter bei der FFW Rettenbach eingesetzt.

Dieses Zeugnis wurde der Leiter Nr. III am 28. Juli 1901 von einer anderen Feuerwehr ausgestellt. Laut Aufzeichnungen aus einer Referenzliste des Paul Ludwig-Bayreuth Katalogs wurde im Bezirksamt Regensburg für Rettenbach eine derartige Handdruckspritze geliefert. Diese Spritze war wahrscheinlich eine 4-Rad-Ausführung für Pferdezug wie abgebildet. Das Lieferjahr und der genaue Typ läßt sich aus der Liste (11 Typen) leider nicht entnehmen. Da im Prospekt von 1913 die Lieferung bereits aufgeführt ist, wurde die Spritze vermutlich schon früher geliefert. Möglich ist auch, daß Sie schon bald nach der Gründung der Feuerwehr im Jahre 1873 geliefert wurde.

 

Diese Aufzeichnungen wurden uns von Klaus-Uwe Hölscher aus 26789 Leer dankenswerterweise überlassen.

 

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Der Gemeinderatsbeschluß zum Kauf einer Tragkraftspritze TS 6.

1952 wurde für die Feuerwehr Rettenbach eine Motorspritze TS 6/6 mit Zubehör angeschafft. Die Gemeinde Rettenbach war an den Kosten beteiligt, die Vorstandschaft mit Kommandant und Vorstand August Riederer stellte eine Sammelliste auf und brachte einen beachtlichen Beitrag zur Mitfinanzierung auf. Die alte Handdruckspritze wurde im Jahre 1953/1954 veräußert. Die Gerätschaften wurden auf einen Wagen mit Gummibereifung und Pferdegespann transportiert, später für einen Schlepper umgerüstet. Im Jahre 1953 wurde ein neues Gerätehaus gebaut, dessen Standort der jetzige Schulhauseingang war.

 

Das alte Feuerwehrhaus aus dem Jahre 1888 mußte der Straßenverbindung Rettenbach - Ebersroith weichen. Im Jahre 1968 kam die Vorstandschaft mit Kommandant Heinrich Blüml und Vorstand Max Sojer zu dem Entschluß ein Tragkraftspritzenfahrzeug anzuschaffen. Es gingen mehrere Beratungen und Gemeinderatssitzungen voraus. Im November 1969 wurde dann das neue Fahrzeug TS 8/8 der Firma Magirus zu einem Kostenpunkt von 22.000.- DM abgeholt. Damit war ein besserer und schnellerer Einsatz gewährleistet. In den 70er - 80er Jahren wurden die Einsätze immer mehr, bedingt durch den Straßenausbau der Staatsstraße 2146 Falkenstein - Wörth, den Ausbau der Gemeindestraßen und des damit verbundenen Verkehrsaufkommens. Durch die Schulreform mußte das Gerätehaus aus dem Jahre 1953 einer Schulhauserweiterung weichen. 1973 bekam das Feuerwehrhaus einen neuen Standort beim Anwesen Winkler in der Bachstraße, wo es 1974 zum 100-jährigen Gründungsfest eingeweiht wurde. Da in der Gemeinde Rettenbach öffentliche Gebäude wie Schule, Kindergarten sowie das Freizeitheim Kastell Windsor und Landmaschinen- und Autowerkstätten angesiedelt sind, wurden 1984 Atemschutzgeräte notwendig. Zur Unterbringung dieser Gerätschaften mußte ein zweites Fahrzeug angeschafft werden. Mit Hilfe von Herrn Perry von der Regierung der Oberpfalz konnte ein gebrauchtes LF 16 - 8/8 kostengünstig von der FFW Altdorf bei Landshut erworben werden. Der Kostenpunkt lag durch einen erheblichen Beitrag der FFW Rettenbach bei 12.000.- DM. Bei einem Sommernachtsfest mit Fahrzeugweihe wurden die Gerätschaften 1985 Ihren Bestimmungen übergeben. Die FFW Rettenbach stellte 18 Mann zur Ausbildung für schweren Atemschutz bereit (ein Mann beteiligte sich von der Nachbarswehr Ebersroith). Der Lehrgang wurde in Rettenbach abgehalten und von der FFW Furth i. Wald mit den Lehrgangsleitern Joh. Ziesler, KBM Erwin Hornig und Rudi Presl durchgeführt. Pro Mann waren 23 Ausbildungsstunden erforderlich. In den folgenden Jahren wurden immer wieder junge Feuerwehrmänner ausgebildet, um einen sicheren Eisatz dieser Gerätschaften zu gewährleisten. Durch die vermehrten Einsätze bei Verkehrsunfällen und der Überschneidung bzw. Verzögerung bei der Alarmierung der an der Landkreisgrenze liegenden Feuerwehr Rettenbach, wurde von den Führungskräften des Landkreises Cham und der angrenzenden Landkreise (Regensburg und Straubing - Bogen) einstimmig die Anschaffung von Technischer Hilfeleistung befürwortet. 1993 wurden die Gerätschaften (Spreitzer und Schere) angeschafft, der Kostenpunkt lag bei 32.000.- DM. Zu dieser Ausrüstung wurde nun ein TLF 16 notwendig. Die Vorstandschaft wurde von der Gemeinde beauftragt, ein kostengünstiges Fahrzeug zu beschaffen. Dieses wurde von der Wehr Gerzen zu einem Preis von 9.000.- DM ausfindig gemacht. Einige Umbauarbeiten wurden notwendig, die von der Firma Joh. Baumann Langau und mit Eigenleistung einiger Mitglieder vollzogen wurden. Das neue TLF 16 wurde im Jahre 1994 von der Wehr Gerzen erworben und für THL Einsatz aufgerüstet.

 

 

 

Am Florianstag 1995 in Rettenbach wurde das Fahrzeug mit den Gerätschaften gesegnet und den Bürgern vorgeführt. In den Jahren 1994 - 1995 wurden einige Mitglieder an diesen Geräten ausgebildet (mit dabei auch Franz Bruckbauer aus Aumbach und Josef Semmelmann aus Erpfenzell). Ausbilder war die FFW Wörth mit Fritz Zimmerer (jun.). 1994 legten somit bereits zwei Gruppen das Leistungsabzeichen THL ab. Im August 1995 beim Sommernachtsfest wurde mit der Nachbarswehr Aumbach eine Schauübung abgehalten, um den Bürgern die Notwendigkeit dieser Gerätschaften nahe zu bringen.
  

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